
1 Aufruf
Rote Ziegelwände, Holzbalken, Pferdegeschirr an der Wand, eine alte Milchkanne. Sie hockt allein vor einem Strohballen und rafft Stroh zusammen, der Rechen lehnt daneben. Sie ist Anfang zwanzig, trägt ein geknotetes Karohemd, Jeansshorts und ein Kopftuch mit großem Sonnenblumenmuster, das sie aufbehält. Zwischen den Beinen hat sie mehrere Piercings, am Unterbauch zwei tätowierte Schwalben mit Spruchband. Dann setzt sich der Alte in der orangen Warnweste zu ihr aufs Stroh — schwarze Brille, gefärbtes Haar, gut dreißig Jahre älter. Zwölf Minuten, ein Stall, kein Ortswechsel.
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